Strommarkt

Die Versorgung mit elektrischer Energie und Gas erfolgt über ein Leitungsnetz. Nach einer Directive (Directive 96/92/EC) der Europäischen Kommission von 1997 soll jedes Land den Strommarkt möglichst vollständig liberalisieren. In Folge davon wurde in Deutschland der Strommarkt aufgespalten in das Stromnetz und den Stromhandel.

Da die für die Versorgung benötigten Netze nicht sinnvoll dem Wettbewerb unterzogen werden können, hat der jeweilige Netzbetreiber nach wie vor eine Monopolstellung. Damit der Netzbetreiber seine Monopolstellung nicht zu seinen Gunsten ausnutzt, werden die Entgelte für die Nutzung der Netze (Netznutzungsentgelte) staatlich reguliert, den Netzbetreibern wird dabei eine gewisse Rendite zugestanden. Die Netzentgelte werden von der Bundesnetzagentur genehmigt. (Siehe auch: Wikipedia und Bundesnetzagentur)

Im Bereich Handel und Vertrieb herrscht dagegen ein Wettbewerb. Zwar sind die meisten Endkunden jeweils an einen Verteilungsnetzbetreiber gebunden. Dieser ist aber gesetzlich verpflichtet, elektrische Energie von beliebigen Anbietern durchzuleiten. Hierfür erhält er Einnahmen, die durch Gesetze und Verordnungen geregelt sind. Der lokale Netzbetreiber kann also nur seine eigentliche Leistung, im Kern die Durchleitung von Energie, zu staatlich vorgegebenen Bedingungen verkaufen und darf die Bereiche Stromerzeugung und Vertrieb nicht beeinflussen bzw. behindern. Insbesondere können auch Kleinverbraucher relativ einfach den Stromanbieter wechseln, ohne dass ihr Netzbetreiber mitzureden hätte. Ein Stromanbieterwechsel ist also jederzeit unter Einhaltung der Kündigungsfristen möglich.